Auch auf Französisch ist jetzt ein Buch über die Gabonionten erschienen, das als Titelbild eine erste Lebensbild-Darstellung zeigt. Prof. A. El Albani, Entdecker der 2,1 Mrd. Jahre alten Fossilien, und zwei seiner Kollegen von der Universität Poitiers haben es verfasst: "Aux origines de la vie - und nouvelle histoire de l'évolution" ("An den Ursprüngen des Lebens - eine neue Geschichte der Evolution"), Paris 2016, 224 S., zahlreiche s/w-Abb. und 8 Farbtafeln, 22 Euro in Frankreich, in Deutschland 40-55 Euro, je nach Anbieter.

Claus Friis: "Der Moselschiefer in der Osteifel", Verlag "FossilStudio Kottenheim", 2018, 176 Seiten, durchgehend illustriert, 12,50 Euro, erhältlich beim Autor unter: c.friis@hotmail.de. - FÜR DEVON-FREUNDE SEHR ZU EMPFEHLEN! Das Ende des Schieferabbaus dort ist beschlossene Sache. Insofern ist das Buch von Claus Friis ein "Requiem" und zugleich eine Bestandaufnahme des Fossilbefundes in diesen unterdevonischen Schiefern.

Klappentext:

Nirgendwo anders in Deutschland lässt sich eine solche Vielzahl schöner und interessanter Steine unterschiedlichster Herkunft finden wie bei Spaziergängen an den Steilufern der Meeresküsten. Insbesondere die Ostseeküste ist reich an Steinen, die aus Skandinavien, vom Grund der Ostsee, aus Finnland und aus dem Baltikum von den gewaltigen Inlandeismassen der letzten Eiszeiten mitgebracht (geschoben) wurden, weshalb man auch von „Glazialgeschiebe“ oder einfach „Geschiebe“ spricht. Jeder Stein am Strand hat seine eigene, meist spannende Geschichte, die oft mehr als eine Milliarde Jahre zurückreicht. Der Verfasser, Prof. Dr. Roland Vinx, ist ein ausgewiesener Petrograf . Er legt hier ein neu konzipiertes Buch vor, das nicht nur eine sichere Bestimmung der meisten Steine am Strand ermöglicht, sondern diese in leicht verständlicher Weise auch in ihre Zusammenhänge mit Landschaften, Geologie und Erdgeschichte der Herkunftsgebiete stellt. Hierzu gehören auch geologische Vorgänge, z. B. im tiefen Untergrund ehemaliger Gebirge, die von manchen Steinen bilderbuchartig sichtbar dokumentiert werden. Brillante Fotos und auf das Wesentliche reduzierte Erläuterungen machen dieses Buch nicht nur zu einem fundierten Begleiter bei allen Streifzügen an deutschen Stränden, sondern auch zu einem Kompendium, in dem man weitab der Küste mit Gewinn blättern und sich „festlesen“ kann.

Rezension:

Mit "Steine an deutschen Küsten" hat Roland Vinx genau ins Schwarze getroffen! Der Hamburger Wissenschaftler lehrte an der Universität Petrografie und ist somit ausgewiesener Spezialist. Sein Wort gilt etwas in Fachkreisen. Aber dieses Buch kann nicht nur nützlich sein für Profis der Petrografie und Geologie, die hier bestimmt noch ganz aktuelle Informationen bekommen, sondern auch für Hobbysammler wie mich, die viel Neues erfahren über die Gesteine an den norddeutschen Küsten in Zusammenhang mit Umwelt und Erdgeschichte. Es freut mich, dass Vinx zwar einerseits ein über das Übliche hinausgehendes Bestimmungsbuch verfasst hat, sondern andererseits auch den behutsamen Umgang mit der Landschaft und ihren Naturdenkmälern anmahnt. Finden und bestimmen ist die schöne, Raubbau betreiben und Beschädigungen anrichten die hässliche Seite der Medaille. Beispiele dafür werden im Buch gezeigt. Vor allem aber ist man anhand dieses reich illustrierten Werkes fasziniert von der bunten Vielfalt und unterschiedlichen Zusammensetzung der manchmal Jahrmilliarden alten Zeugen der Erdgeschichte. Das handliche Büchlein eignet sich natürlich auch zum Mitnehmen für unterwegs, um auf Steine-Safari zu gehen und Granite, Basalte, Porphyre, Gneise und Migmatite - um nur einige zu nennen - zu entdecken und zu "verstehen". Die Gletscher der Eiszeit haben dafür gesorgt, dass "Geschiebe" aus dem skandinavischen, finnischen und baltischen Bereich zu uns gekommen sind und den aufmerksamen Betrachter erfreuen können. Roland Vinx sorgt mit diesem Buch dafür, dass die Freude durch fundierte Kenntnisse wesentlich gesteigert werden kann.

Das Buch ist nach einigen Verschiebungen im September 2016 erschienen.

Es hat 280 Seiten, rund 299 farbige Abbildungen sowie 5 Grafiken und kostet 19,95 Euro (Quelle & Meyer, Wiebelsheim).

 

Rezension:

Das kompakte und handliche Buch von Heinrich Becker ist etwas Besonderes. Ein außergewöhnliches Konzept: das Gestein selbst wird dargestellt im Gelände, als Baustein samt den damit errichteten Gebäuden. Das hatte bisher gefehlt. Dem reichen Bestand an schönen Fotos - durchweg erstklassig - muss eine immense Reise- und Dokumentationstätigkeit zugrunde liegen. Man merkt, dass der Autor mit großer Liebe an das Projekt herangegangen ist. Übrigens gibt es auch in Niedersachsen an den Rändern der Kartoffelfelder mehr als nur Windkanter, und zwar reichlich große Steinhaufen mit vielen hochinteressanten Mitbringseln der Gletscher, also nicht nur in den genannten Gebieten Schleswig-Holsteins, Mecklenburgs und Brandenburgs. Dass Skolithos (nicht: Scolithus) kein Name eines "unbekannten Tieres" ist, sondern ein Ichnotaxon, also die Spur eines Organismus', sei nur am Rande erwähnt. Für die Geschiebe ist ja auch eher Roland Vinx zuständig ("Steine an deutschen Küsten"), und so ergänzen sich beide Neuerscheinungen ganz hervorragend. Ich denke, dass der Verlag alles richtig gemacht hat, weil wohl viele Interessenten gleich beide Bücher kaufen werden. "Die Gesteine Deutschlands" ist ein Buch, das man jedem Steinefreund und Steineforscher nur ans Herz legen kann!

Heinrich Becker: „Die Gesteine Deutschlands – Fundorte – Bestimmung – Verwendung“, 322 Seiten, durchweg farbig illustriert, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2016, 19,95 Euro.